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All-IP-Umstellung für klassische TK-Anlagen

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Als dieser Text zuerst erschien, war die Abschaltung des ISDN-Netzes noch ein Termin in der Zukunft. Inzwischen ist sie in Deutschland weitgehend erledigt: Neue ISDN-Anschlüsse gibt es nicht mehr, die Bestandsanschlüsse sind fast überall auf All-IP umgestellt. Die Frage hat sich damit nicht erledigt, sie hat sich verschoben — weg von „wann kommt das“ hin zu „der Anschluss ist längst SIP, die Anlage steht aber noch“.

Warum die Anlage bleiben darf

Eine klassische TK-Anlage ist bezahlt, sie ist eingerichtet, die Mitarbeiter kennen sie, und sie zu ersetzen ist ein Projekt mit Budget, Schulung und Risiko. Der Anschluss dahinter ist ein SIP-Trunk. Dazwischen gehört ein VoIP-Gateway.

Das Gateway simuliert für die Anlage den ISDN-Anschluss: Die Ports laufen im NT-Modus, die Anlage sieht weiterhin S0 oder S2M und wählt wie bisher. Zum Provider hin spricht das Gerät SIP. Für die Anlage ändert sich nichts, für die Nebenstellen auch nicht — und die Investition in die vorhandene Technik bleibt erhalten.

Was VoIP dabei mitbringt

  • Weniger Aufwand für Wartung, Administration und laufende Gesprächskosten
  • Höhere Kompatibilität zwischen den Herstellern, weil SIP ein offener Standard ist
  • Mehr Funktionen für die Zusammenarbeit, sobald die Anlage selbst getauscht wird
  • Neue Arbeitsplätze schneller angelegt, ohne Kabelweg zum Verteiler

Analoge Endgeräte bleiben in Betrieb

Fax, EC-Kartenterminal, Türsprechstelle, Aufzugnotruf, Alarmwählgerät: Diese Geräte sprechen kein SIP und werden es nie. Ein Analog-Gateway mit FXS-Ports hängt sie hardwaretransparent hinter den SIP-Anschluss, statt sie neu zu kodieren — genau deshalb funktionieren Fax und Modem darüber überhaupt.

Häufige Fragen

Was ist All-IP?

All-IP bezeichnet ein vollständig IP-basiertes Netz, in dem Sprache, Daten und Video über dasselbe Transportnetz laufen und die Telefonie über SIP signalisiert wird. Der frühere getrennte ISDN-Vermittlungsweg entfällt.

Was ist mit ISDN passiert?

Der ISDN-Anschluss zum Provider ist entfallen. Was geblieben ist, ist ISDN als Hausverkabelung: der S0-Bus zur DECT-Basis, der S2M-Anschluss an der Anlage, die ISDN-Karte im Faxserver. Diese Seite spricht weiter ISDN — nur eben gegen ein Gateway statt gegen die Vermittlungsstelle.

Was bedeutet das für Betreiber älterer Anlagen?

Ohne Anpassung kann eine ISDN-basierte Anlage nach der Umstellung keine Gespräche mehr führen, weil der Anschluss, für den sie gebaut wurde, nicht mehr existiert. Mit einem Gateway davor läuft sie weiter.

Welche Schnittstelle brauche ich?

Das hängt davon ab, womit die Anlage angeschlossen ist: BRI (S0) für kleine Anlagen, PRI (S2M, E1) für größere. Beides deckt die ISDN-Gateway-Familie ab, und weil alle Geräte dieselbe modulare Plattform sind, lässt sich das Modul später tauschen, wenn der Standort zusammengelegt wird.

Und wenn die Leitung ausfällt?

Dann hilft ein zweiter Weg: ein VoLTE-eSBC mit Mobilfunkpfad oder ein Failover-Switch, der die Leitung physisch auf einen Ersatzweg legt, wenn das Primärsystem nicht mehr antwortet.

Eine Übersicht über die typischen Ausgangslagen steht unter Lösungen; Anleitungen und Downloads finden sich unter Ressourcen.