Enterprise-SBC
Enterprise Session Border Controller (eSBC)
Eine Plattform, drei Größen, acht Modultypen — der Schnittstellenmix folgt dem Standort, nicht dem Katalog.
Ein SIP-Trunk rückt die Telefonanlage bis auf einen Routing-Schritt an das offene Internet heran. Genau dort steht der eSBC. Er terminiert die SIP-Session des Providers, verbirgt die interne Topologie, filtert, was die Anlage überhaupt erreichen darf, und schreibt Header um, wo Provider und Anlage sich über Rufnummernformat, Transport oder Codec nicht einig sind. Die Anlage spricht am Ende mit einer bekannten Gegenstelle statt mit dem Internet.
Die zweite Aufgabe ist die Verkabelung, die am Tag des Vertragswechsels nicht verschwindet. Zwei oder drei Modulsteckplätze nehmen BRI, PRI, FXS, FXO oder Hybridkarten auf, sodass dasselbe Gerät auch eine ISDN-Leitung, ein analoges Faxgerät oder ein Aufzugnotruftelefon anschließt. Zieht der Standort später auf einen reinen SIP-Trunk um, wechselt das Modul und nicht das Gerät — dafür ist die Plattform modular.
Sessions gibt es in zwei Ausprägungen. Wird die Medienspur unverändert durchgereicht, ist es eine transparente Session; muss sie über den Hardware-DSP, weil beide Seiten keinen gemeinsamen Codec haben, ist es eine transcodierte. Beides lässt sich auf einem Gerät mischen, beides wird pro Session lizenziert. Gespräche zwischen den PSTN-Schnittstellen und SIP — also FXO, BRI oder PRI nach SIP — brauchen überhaupt keine Session-Lizenz. Nur SIP-zu-SIP-Verkehr braucht sie.
Welche Größe passt, entscheidet die PSTN-Seite und der Transcoding-Bedarf, nicht die Zahl der Nebenstellen. M hat zwei Steckplätze und 16 PSTN-Kanäle, L drei Steckplätze und 64, XL drei Steckplätze und 128. Alle drei tragen dieselben 128 transparenten Sessions und dieselben zwei Netzwerkports.
Die beiden Schnittstellenwelten haben eigene Seiten: ISDN-Gateways für BRI und PRI, Analog-Gateways für FXS und FXO. Die Module selbst stehen unter Zusatzmodule.
Funktionen
- Trennt internes SIP-Netz und Provider: Topology Hiding, SIP-DoS-Erkennung, Zugriffslisten
- Schreibt SIP-Header um und wandelt zwischen TCP und UDP, RTP und SRTP sowie abweichenden Codecs
- Zusatzmodule für BRI, PRI, FXS und FXO machen aus demselben Gerät ein ISDN- oder Analog-Gateway
- Failover über PSTN oder LTE; die SBA-App hält lokale Telefone am Leben, wenn die Hosted-PBX ausfällt
- Zwei Netzwerkports, Fernkonfiguration und Firmware-Updates über beroCloud
- Aluminiumgehäuse, keine bewegten Teile, 1 HE, Wand- oder 19-Zoll-Montage
Technische Daten
| Modulsteckplätze | BNSBC-M: zwei · BNSBC-L und BNSBC-XL: drei |
|---|---|
| Gleichzeitige Sessions | bis 128 transparent; 8 (M), 32 (L) oder 64 (XL) transcodiert |
| PSTN-Kanäle | 16 (M), 64 (L), 128 (XL) |
| Netzwerk | zwei 100-Mbit/s-Ports, LAN und WAN |
| Signalisierung | SIP User Agent nach RFC 3261 über UDP oder TCP, optional TLS 1.2, SRTP |
| Sprache | G.711 mit Echokompensation G.168/G.165 bis 128 ms, Sprachaktivitätserkennung, Comfort Noise, DTMF-Erkennung, T.38-Faxrelais |
| Strom und Maße | 110-230 V, 12 V DC bei 2 A; M 168 x 170 x 42 mm, L und XL 218 x 170 x 42 mm |
| Umgebung | Betrieb 0 bis 70 °C, Lagerung -20 bis 70 °C, Luftfeuchte bis 90 %, nicht kondensierend |
| Konformität | CE, FCC und ACMA |
Modelle und Konfigurationen
| SKU | Enterprise-SBC | Gleichzeitige Sessions | PSTN-Kanäle | |
|---|---|---|---|---|
BNSBC-M | Zwei Modulsteckplätze, kompaktes Gehäuse | 128 / 8 | 16 | Im Shop ansehen |
BNSBC-L | Drei Modulsteckplätze, breites Gehäuse | 128 / 32 | 64 | Im Shop ansehen |
BNSBC-XL | Drei Modulsteckplätze, größtes DSP-Budget | 128 / 64 | 128 | Im Shop ansehen |